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Für viele ist die Türkei noch immer der Inbegriff orientalischer Lebensart. Das Märchenhafte aus 1001 Nacht, die prächtigen Gemächer der Sultane und deren buntem Gefolge. Tatsächlich wartet dieses Land mit einer Vielfalt an Landschaft und Lebensart auf, die einfach fasziniert. Kein Wunder – die riesige Landmasse, über die sich die Türkei – auch Klein asien oder Anatolien (= Mutter land) genannt – erstreckt, beheimatet regnerische Urwälder am Schwarzen Meer ebenso wie endlose Steppen in Zentralanatolien, mächtige Gebirgsketten wie Taurus und Pontus, fruchtbare Eben en, azurblaue Buchten und weitläufige Strände. Diese landschaftliche Vielfalt bildet die Grund lage einer unwahrscheinlich unter schiedlichen Bevölkerung mit ebenso unterschiedlichen Sitten, Traditionen und Lebens weisen. Noch ein Merkmal, das die Größe des Landes unterstreichen mag: Bevor die Sonne in allen 81 Provinzen der Türkei aufgegangen ist, vergehen rund 75 Minuten. Man könnte die Türkei fast als einen geschrumpften Kontinent zwischen Europa und Asien bezeichnen, der im Laufe seiner Geschichte Heimat vieler Völker war, die alle ihre Spuren hinterlassen haben und das Leben bis heute mit beeinflussen. In den Städten und touristischen Orten sieht man die sehr moderne und europäische Türkei. Nur wenige Minuten da von entfernt im Landesinneren wiederum das traditionsreiche Land- und Dorfleben, das einen faszinierenden Kontrast darstellt. Scheinbar zwei Welten, die mit einem Taler und seinen zwei unter schiedlichen Seiten vergleichbar sind.
Sie sind so anders und doch untrennbar miteinander verbunden. Die Türken sind ein sehr gastfreundliches und aufgeschlossenes Volk. Auch wenn einem Gerüche, die in die Nase steigen oder Klänge, die ans Ohr dringen anfangs fremd erscheinen, fühlt man sich sehr schnell heimisch. Ausländische Gäste werden gern gesehen und herzlich willkommen geheißen. Dazu kommt, dass durch die engen Beziehungen vieler Türken zu deutschsprachigen Ländern, die deutsche Sprache weit verbreitet ist. Es verwundert also nicht, dass die Türkei, die an der Pforte zu Europa steht, mit ihren mehr als 320 Sonnentagen im Jahr, den weit läufigen Stränden, dem kristallklaren Wasser und einer der schönsten Küstenlinien der Welt, aber auch mit ihren unzähligen Sehenswürdigkeiten heute zu den beliebtesten Urlaubsländern zählt.
8000 Jahre Geschichte – 7000 antike Stätten Sprichwörtlich an jeder Straßenecke kann man den Großen der Geschichte begegnen: Marco Polo, der die Wege des kriegerischen Mongolenführers Tamerlan kreuzte. Auf dem Berg Ararat landete wahrscheinlich die Arche Noah. Abraham, Achill, Lukullus, Diogenes, der Geschichts schreiber Xenophon, der Mathematiker Thales, Kaiser Hadrian, erwähnter Alexander der Große, Cäsar oder der römische Feldherr Marc Anton, der in der pamphylischen Ebene seine Flitterwochen mit Kleopatra verbrachte. Ein „Who is Who“ der Geschichte, das sich mit den Aposteln Paulus und Petrus, dem heiligen Nikolaus und selbst der Gottesmutter Maria, deren Wohnhaus sich in Ephesos findet, und vielen anderen fortsetzen ließe. Auch zwei der sieben Weltwunder befanden sich auf dem Boden der Türkei: der Artemis-Tempel in Ephesos und das Grabmal König Mausolos in Halikarnassos, dem heutigen Bodrum.
Vom Zerfall zu neuer Stärke
Noch ganz nahe scheint die Zeit des osmanischen Reiches zu sein, das sich einst bis nach Europa, Russland, Saudi Arabien, Äthiopien und Marokko erstreckte. Erst 1918 brach dieses Reich endgültig zusammen und ermöglichte die Geburtsstunde der heutigen Türkei. Am 29. Oktober 1923 wurde die Republik ausgerufen und in den Folgejahren von Kemal Atatürk ent scheidend geformt. Heute ist die Türkei Mitglied der NATO und bereitet sich darauf vor, ein weiterer Mitgliedsstaat der Europäischen Union zu werden.
Land & Leute
Die Türkei ist eine stolze Nation mit stolzen Bürgern. Dieser Stolz drückt sich jedoch nicht in Hochnäsigkeit aus. Es ist eher Begeisterung über das eigene Land, die eigene Leistung, die dem Besucher entgegenschlägt, wenn er mit offenen Armen aufgenommen wird. Denn die Türken sind ein äußerst gastfreundliches Volk, offen und liberal im Umgang mit Fremden. Das mag mit ein Grund sein, warum die Türkei heute das modernste islamische Land ist. Als Besucher ist es schön zu erleben, dass bei aller Zuwendung zum Gast und den westlichen Normen, die Eigenständigkeit und das Traditionelle „lebt“.